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Pure Fruit Comic-Battle

Comic-Zeichner gelten als Spezies, die sich gern in ihrer Pinselstube verkriechen, um in mühevoller Kleinstarbeit Seite für Seite, Panel für Panel ihrer Geschichten zu Papier zu bringen. Doch gelegentlich kommen sie aus ihren Höhlen, um den Besten aus Ihren Reihen zu ermitteln. Mit schwerem Rüstzeug steigen sie in den Ring, maskiert und mit furchteinflößenden Kampfnamen: Tine the gun, Killer Pencil oder Papierphantom kreuzen unter erschwerten Bedingungen vor pöbelndem Volk Stifte und Ideen, unter stetem Druck der Zeit und im grellen Licht der Scheinwerfer. Unterschiedlichste Aufgaben fordern die bunte Meute zu Höchstleistungen der Zeichenkunst, glänzen durch spontane Lösungen schier unmöglicher Aufgaben und zeigen sich auch in psychologischer Kriegsführung schwer in Form. Das Publikum, eben noch den tödlichen Zitterstrich bejohlend, steht plötzlich selbst im Fokus: Mit seinem Beifall entscheidet es über das Schicksal der Kontrahenten, zurück in die Panelhöhle oder rauf auf den Olymp der Zeichnerheroen! Das ist Comic-Battle!

Nicht neu erfunden, aber in dieser Form nahezu unbekannt entstand die furiose Bühnenshow 2011 in Kiel: Zum Erscheinen ihres dritten Heftes entschlossen sich die Macher des Kieler Comic-Magazins »Pure Fruit« ihre Release-Party mit einer Comic-Battle zu krönen. Nur zwei Overhead-Projektoren samt Leinwänden sowie sechs willige Zeichner und -innen brauchte es, um das willige Publikum zur brodelnden Masse werden zu lassen.
Ob in wenigen Sekunden Prominente gezeichnet, literarische Texte grafisch vollendet oder musikalische Perlen visualisiert werden: die synchrone Lösungsfindung zweier Kontrahenten zu beobachten zieht Besucher jeden Alters in den Bann. Eine enorme Resonanz und stets ausverkaufte Veranstaltungen brachten der Comic-Battle schnell das überstrapazierten Prädikat »Kult« ein, doch Macher und Zeichner wissen: Wichtig ist auf der Bühne!

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